Gleichbehandlungsgesetz: Klage abgewiesen

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz kann ein Bewerber einen Entschädigungsanspruch geltend machen, wenn er bei seiner Bewerbung unter anderem aufgrund seines Geschlechts, seiner Behinderung oder seines Alters benachteiligt wurde. Doch nicht immer ist eine Klage erfolgreich. So hatte ein 42-jähriger Groß- und Außenhandelskaufmann ein Ingenieurbüro verklagt, das in einer Stellenanzeige eine "Bürokauffrau/Renogehilfin" gesucht hatte. Da die Stelle nur auf weibliche Bewerber ausgerichtet war, sei er wegen seines Geschlechts diskriminiert worden. Er forderte beim Arbeitsgericht Hamburg (Urteil vom 6.8.2008 - AZ 3 Ca 141/08) eine Entschädigung von mindestens 7500 Euro.

Das Gericht wies die Klage des Bewerbers, der schon viele Arbeitgeber wegen fehlerhafter Stellenausschreibungen verklagt hatte, aber ab, da er objektiv nicht für die Stelle geeignet sei. Das Ingenieurbüro habe eine Bürokauffrau bzw. Renogehilfin gesucht, der Bewerber verfüge jedoch über eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Auch durch seine Zusatzqualifikation mit einem Schreibmaschinenkurs und seine 18-jährige Selbstständigkeit habe er keine Qualifikationen erworben, die den Abschluss einer Ausbildung in den genannten Berufen ersetzen könne.

Ein weiterer Entschädigungsprozess vor dem Arbeitsgericht Hamburg (AZ: 16 Ca 507/08), in dem sich derselbe Kläger darauf berufen hatte, ihm sei wegen seiner in der Bewerbung erwähnten Schwerbehinderung abgesagt worden, war ebenfalls erfolglos. Nach Hinweisen des Gerichts zog er seine Klage zurück.

Infoquelle: abendblatt.de
Autorin Silke Grage ist Fachanwältin für Arbeitsrecht in Hamburg.

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