Entlassungen lassen Arbeitsrechtler boomen.

Jede Medaille hat 2 Seiten. Auch die Enlassungswelle. In Kanzlein, die sich auf das Arbeitsrecht spezialisiert haben, herrscht Hochkonjunktur.

TITISEE-NEUSTADT (twi). Die Wirtschaftskrise schlägt Wellen, nicht nur in den Betrieben in der Region und den Familien, die von Kurzarbeit oder sogar Kündigungen betroffen sind. Die Auswirkungen spüren unter anderem auch Rechtsanwälte. "Wir registrieren einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitsrechtsfälle", berichtet Albert Schroeder von der Neustädter Kanzlei Brunner und Partner. Immer mehr Arbeitnehmer, die von einer Kündigung betroffen sind, suchen Rechtsbeistand, um gegen den Verlust des Arbeitsplatzes oder zu geringe Abfindungszahlungen vorzugehen. Auf der anderen Seite gibt es auch Firmen, in denen es erst gar nicht so weit kommt, dass sich Arbeitgeber und -nehmer vor Gericht einigen müssen, die, lobt Schroeder, "diese Probleme vorbildlich lösen". Dabei erinnert der Fachanwalt für Arbeitsrecht an ein Problem, das vielen nicht bewusst ist: "Ein Arbeitnehmer muss innerhalb von drei Wochen Klage erheben, nach dieser Frist wird die Kündigung wirksam." Und noch ein Irrtum ist weit verbreitet: Klagen mit dem Hintergedanken, dass die Firma ohnehin verliert und dann die gesamten Anwalts- und Gerichtskosten übernehmen muss, kann teuer werden. "In Verfahren vor dem Arbeitsgericht muss jede Partei ihre Auslagen selbst zahlen", erklärt Schroeder. Da bereits die Recherchen, wie auch das gesamte Verfahren sehr kompliziert und zeitaufwendig sind, können sich die Kosten für einen normalen Prozess schnell auf 2000 Euro summieren. Einigermaßen gelassen kann dem nur entgegensehen, wer eine Rechtsschutzversicherung hat, in der auch Arbeits- und Berufsrechtsschutz enthalten ist. Bei niedrigen Einkommen und großen Familien kann eventuell bei Gericht Prozesskostenhilfe beantragt werden.

Rund 15 Prozent der Tätigkeit der Kanzlei Brunner fallen inzwischen in die Rubrik Arbeitsrecht. Dabei bemühen sich die vier Anwälte mit ihren fünf Mitarbeiterinnen und zwei Auszubildenden darum, den Ratsuchenden innerhalb von 24 Stunden einen Termin anzubieten. Grundlage für dieses Engagement ist vor allem die Zertifizierung, die der Betrieb als erste Anwaltskanzlei im Hochschwarzwald erhalten hat. Vorangegangen waren unter anderem detaillierte Beschreibungen für alle Büroabläufe, Zielvorgaben und Gespräche. "Das war ein wichtiger Lernprozess für alle", erklärt Guido Mattisseck. Der Anwaltsbetrieb sei heute "hoch technisiert", das Internet sei auch in der Rechtspflege immer mehr auf dem Vormarsch.


Infoquelle: badische-zeitung.de

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