Arbeitgeber darf Deutschkurs anordnen

Im vorliegenden Falle handelt es sich nicht um Belästigung im Sinne des Antidiskriminierungsgesetzes.

Eine kroatische Schwimmbadbedienstete weigerte sich einen vom Arbeitgeber geforderten Deutschkurs zu belegen. Es kam immer wieder zu Verständigungsproblemen unter den Mitarbeitern und auch Beschwerden seitens der Schwimmbadbesucher über die mangelhaften Deutschkenntnisse der Kroatin.

Die Mitarbeiterin jedoch verweigerte den Deutschkurs und klagte wegen Diskriminierung wegen ihrer Rasse und ethnischen Herkunft und forderte 15 000 Euro Entschädigung.

Die Richter sahen das jedoch anders
:


Mangelnde Sprachkenntnisse können die Arbeit erheblich erschweren, insbesondere, wenn Kundenkontakt hinzukommt. Spricht ein Mitarbeiter nur unzureichend Deutsch, darf der Arbeitgeber einen Deutschkurs verlangen – ohne in den Verdacht der Diskriminierung zu geraten.


Dies ergibt sich aus einem Urteil des Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in Kiel (Az.: 6 Sa 158/09), wie die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins in Berlin mitteilt.

Der Arbeitgeber habe den Besuch eines Deutschkurses nur gefordert, damit die Mitarbeiterin ihre Sprachkenntnisse ausbaue. Ihre Herkunft und ihre kroatische Muttersprache hätten bei der Forderung keine Rolle gespielt.

Um als Belästigung nach dem Antidiskriminierungsgesetz zu gelten, müsse ein Verhalten darauf abzielen, die Würde der Person zu verletzen und ein feindliches Umfeld zu schaffen. Davon könne in diesem Fall nicht die Rede sein
so die Richter.
Quelle: tagesspiegel.de

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