Arbeitsrecht (Frankfurt): private SMS von Geschäftshandy kein Kündigungsgrund

Eine klare Pflichtverletzung entsteht, wenn ein Arbeitnehmer über sein Diensthandy eine große Anzahl an privaten SMS versendet. Wenn jedoch der Arbeitgeber nicht zeitnah reagiert und eine Abmahnung ausspricht, sondern erst nach langem Zeitraum in Aktion tritt, darf dies nicht mehr als Kündigungsgrund herangezogen werden.

Beispielsweise hatte in Frankfurt ein Angestellter aus einer Großküche in einem Zeitraum von 22 Monaten private Kurzmitteilungen von seinem Geschäftshandy geschrieben und dadurch einen Schaden von mehr als 2500 Euro verursacht (24 SMS pro Tag - 16000 insgesamt). Nachdem bei internern Revisionen die Unregelmäßigkeiten aufgefallen waren, wurde dem Angestelten fristlos sowie ordentlich gekündigt.

Trotz Pflichtverletzung entschied das Frankfurter Arbeitsgericht, dass diese Kündigung laut Arbeitsrecht als unwirksam gelte. Zugrunde lag der lange Zeitraum, während dem der Arbeitgeber nicht reagiert hatte. Da monatlich Telefonrechnungen bei dem Unternehmen eingegangen waren, hätte wesentlich früher eine Reaktion erfolgen müssen, z.B. in Form einer Abmahnung.

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